Ich über andere

Mit all den Vorzügen einer humanistischen und liberalen Erziehung, konnte ich die üblichen Meilensteine der Menschwerdung westdeutscher Prägung überraschend lässig meistern: Kindergarten, Schule, Studium, Beruf, Verwahrlosung in der Komfort-Zone. 

Mit zunehmendem Alter jedoch und mittlerweile von erschreckend adipöser Statur, konfrontierte ich mich, wie so viele vor mir, mit der allumfassenden Seins-Frage: War es das?

Schon aus der Zeit im Schulchor, aus dem ich vom Kapellmeister mit den Worten „Hier brummt doch jemand“ suspendiert wurde, war mir klar: Gott hat eine seltsame Art von Humor und stattet Menschen mit nur wenigen Talenten aus. Die aber haben es dann in sich. Die Erheiterung des Meisters aller Meister steigert sich noch, denn so ein Menschlein braucht Zeit, herauszufinden, was denn nun seine Talente und Neigungen sind.

Ich habe es immer geahnt, ein großartiger Sportler werde ich aufgrund meiner Leibespracht nicht mehr, ein Rocksänger auch nicht (siehe oben: „Da brummt doch einer!“), zum Millionär fehlt es Cleverness und Geschäftstüchtigkeit und Hausarbeit ist mir auch zuwider.

Was also sollte ich machen? Mit Helge Schneider war die Position des Zeremonienmeisters des Grotesken schon längst besetzt.

Also, texte und zeichne ich, was mir an Wirrem durch das Resthirn streunt. Und das ist nicht wenig.

 

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